Ein Tag Frühling

Am Sonntag 11.03. kletterten mal ausnahmsweise die Temperaturen über 15°C. Grund genug auf mein Rad zu steigen und eine für mich „besondere“ Tour zu fahren.

Die Brauerei Hartleb Maroldsweisach ist eine der wenigen in meinem Einzugsgebiet, die ich nur mit dem Rad erreichen kann. Eine sinnvolle Busanbindung gibt es dort nicht – schon gar nicht am Wochenende – und von Ebern ist es zu weit zum Laufen. Mit dem Auto eine Brauerei besuchen gibts bei mir ja bekanntlich prinzipiell nicht.

Außerdem war es der zweite Sonntag im Monat, so dass in Zilgendorf die tolle Wirtschaft der ehemaligen Brauerei Gick offen hatte.

Das waren bisher für mich ganz unterschiedliche Touren, die jedoch auf der Karte gar nicht so weit auseinander liegen.

Mit dem Rad (selbst mit meinem kleinen) müsste das zu schaffen sein, dachte ich mir, obwohl den Sonntag vorher im Wald oberhalb Lichtenfels die Wege noch dick vereist waren.

Ich fuhr also mit dem Zug (und Rad) über Bamberg nach Ebern, radelte in einer knappen Stunde auf der zum Radweg umfunktionieren alten Bahntrasse nach Maro, ließ mir Mittagessen und leckeres Bier schmecken und setzte mich auch noch kurz raus in die warme Sonne. Wenn vor der Wirtschaft nicht Nordseite wäre, hätte ich wahrscheinlich auf meinen inneren Schweinehund gehört und wäre hocken geblieben. So war die Sonne aber schnell verschwunden und es trieb mich wieder aufs Rad. Für den Weg über Altenstein nach Heilgersdorf muss man von Maro wieder ein paar Kilometer zurück in Richtung Ebern fahren. In Pfaffendorf biegt man am Schloss links vom Radweg ab, fährt über die Straße und dann steil bergauf nach Altenstein mit der gleichnamigen und sehenswerten Burgruine. Dafür hatte ich jedoch diesmal keinen Blick, denn ich wollte ja bei der Brauerei Scharpf in Heilgersdorf noch einen leckeren Fastenbock trinken.

Hinter Altenstein beginnt der Wald, aus dem man erst in Bischwind wieder heraus kommt. Von dort sind es nur noch ein paar Kilometer auf der Straße bis nach Heilgersdorf. Im Wald bedeutete „Fahren“ aber eher „Schwimmen“ statt „Rollen“ denn nur die oberen paar Zentimeter waren aufgetaut und damit auch entsprechend matschig.

Nach kurzer Rast in Heilgersdorf fuhr ich das Tal abwärts in Richtung Kaltenbrunn. Die dortige Gaststätte der Brauerei Schleicher hat am Nachmittag bekanntlich geschossen, so dass ich kurz vorher schon links in Richtung Rossach abbog. In Rossach geht es rechts auf kleinen Wegen nach Zilgendorf. Alleine bekam ich trotz fortgeschrittener Stunde noch problemlos einen Sitzplatz. Die „Zwickte“ sind hier von oben eingeschnitten, irgendwie anders als ich es kenne – wenn mich nicht die Tischnachbarn das letzte Mal darauf hingewiesen hätten, wäre mir das gar nicht aufgefallen.

Von Zilgendorf gehts weiter bergauf nach Birkach zur Brauerei Eller. Dort war es total schön, sich auch mal außerhalb der sonntäglichen Mittagsessenszeit am Stammtisch zu unterhalten.

Von Birkach bis Lichtenfels Bahnhof hatte ich mit Rad eine gute halbe Stunde eingeplant. Zu Fuß benötige ich in die andere Richtung (bergauf) ca. 1,5 Stunden. Das war ganz schön knapp. Nächstes Mal gebe ich mir 15 Minuten mehr Zeit.

Insgesamt war es aber eine schöne Tour, die ich sicher noch öfters machen werde – wenn es hoffentlich irgendwann wieder wärmer wird.

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