Rückblick – Wirtschaft der Brauerei Leicht in Pferdsfeld

Jetzt ist es schon einen Monat her, als die Wirtschaft der ebenfalls geschlossenen Brauerei Leicht in Pferdsfeld für immer zugesperrt wurde. Nicht, dass mich das kantige Bier, die eigentlich (bis auf den kleinen Raum mit der Theke) recht furchtbar eingerichtete Wirtschaft, das sehr einfache Essen, die (aufgrund der vielen Gäste) oft überforderten Bedienungen und nicht zuletzt der recht einsilbig, rustikal-fränkische Chef hinter dem Tresen anfangs besonders begeistert hätten, so hat mich diese Wirtschaft, das zugehörige Bier und die Menschen dort über einige Jahrzehnte begleitet. Bis der Landkreis Lichtenfels Anfang 2015 endlich dem Nürnberger Verkehrsverbund beitrat, war es mit öffentlichen Verkehrsmitteln meist abenteuerlich anstrengend und sehr teuer dort vorbeizuschauen. Trotzdem – oder gerade deshalb, war es immer ein bevorzugtes Ziel für mich. Der erste große Schritt war schon gemacht als der Landkreis Bamberg im Verkehrsverbund aufgenommen wurde und man dadurch mit dem Bahnhof Zapfendorf dem Ziel schon ziemlich nahe kam bzw. der Aufpreis nach Ebensfeld nicht mehr so stark ins Gewicht fiel.

Ich habe kürzlich meine Aufzeichnungen und Bilder durchsucht und bin seit 2009 an 43 Tagen fündig geworden. Puh, wenn man bedenkt wo wir sonst noch überall waren – das hätte ich nicht erwartet. Leider habe ich vor 2009 kaum GPS-Tracks aufgezeichnet und selten Bilder von irgendwelchen Biergläsern gemacht, so dass ich frühere Besuche nicht dokumentiert habe.

Im Laufe der Zeit hatte ich meinen Frieden mit dem Bier und der Wirtschaft gemacht und habe es einfach nur noch genossen, dort nach einer anstrengenden Wanderung über den Veitsberg oder Dornig/Küpser Linde einkehren zu können. Langsam lernte ich auch das kantige und nicht immer gleich schmeckende Bier, gerade deshalb, schätzen. Durchgeschwitzt oder halb erfroren – es war oft die letzte Rettung, vor allem in der Zeit, als im benachbarten Unterneusses, bei der Brauerei Martin nicht selbst gebraut wurde.

Sehr geärgert habe ich mich über die heuchlerischen Krokodilstränen, die in den sozialen Medien von selbsternannten „Bierkennern“ aus nah und vor allem fern vergossen wurden, als bekannt wurde, dass die Brauerei samt Gastwirtschaft zum Ende 2022 für immer schließt. Die meisten davon kannten aus eigener Erfahrung weder das Bier noch die Wirtschaft wirklich – wenn überhaupt, dann hatten sie Pferdsfeld nie aus eigener Kraft erreicht, sondern nur motorisiert.

Traurig, aber mir egal, denn alles ist inzwischen Geschichte und ich freue mich, dass bei der Brauerei Martin in Unterneusses, ein Bier gebraut wird, welches nach meinem Geschmack sehr ähnlich schmeckt und damit meine schönen Wanderungen samt Einkehr trotzdem noch möglich sind.

Nachfolgend ein paar Bilder der letzten 15 Jahre aus Pferdsfeld, die ich in meiner Sammlung gefunden habe:

4 Gedanken zu „Rückblick – Wirtschaft der Brauerei Leicht in Pferdsfeld“

  1. Ich war vor Jahrzehnten mal dort, kann mich aber nur noch an das scheußlich renovierte Haus erinnern. Aber trotzdem schade, daß wieder eine Brauerei zugemacht hat. Vielleicht übernimmt ja einer der neuen Brauer das Institut anstatt irgendwo brauen zu lassen.

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    • 😂 Haha, da würde doch die live, live – work ballance durcheinanderkommen. Nein, Scherz beiseite. Die Wirtschaft ging so unglaublich gut, auch mit vielen Stammgästen, dass es sich natürlich lohnen würde. Aber ich fürchte die Besitzer sind so ausgesprochene Eigenbrödler, dass sie niemand fremdes in ihr Anwesen lassen. 😢

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  2. Having only been there once, I thoroughly enjoyed the visit. the beer was very nice, the chicken was excellent and the company was extraordinary.

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